Legende verloren – Der Podcast über die vergessenen Geschichten des deutschen und internationalen Fr

Auf Reise durch die französische Frauenfußball Geschichte

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Wir sprachen hier bei Legende Verloren bereits mehrfach über die vermutlich bereits 100-jährige Frauenfußballgeschichte in Deutschland und nach unserer verzweifelten Suche nach einem Hinweis auf das „erste Spiel“. Frankreich ist da einen Schritt weiter. Dort ist klar, dass sich bereits 1912 der Verein „Femina Sport“ in Paris gegründet hat, um Frauenfußball zu organisieren. Schnell wurde Frankreich zur Hochburg des Frauenfußballs. Die Spielerinnen zogen wie sonst nur in England, Schottland und Irland fünfstellige Zuschauer*innenzahlen an und füllten so die größten Stadien des Landes, vor allem bei Länderspielen, die meist gegen Belgien organisiert wurden (auch, weil Deutschland mehrfach absagte). Mehr über die frühen Jahren des Fußballs in Frankreich, aber auch über den ersten nationalen Wettbewerb, den der offizielle Verband 1973 organisiert hat, erzählte uns Olaf Wuttke. Olaf wurde 1950 in Hamburg geboren, wuchs aber unter anderem in Frankenthal neben einer französischen Kaserne auf. Sein erster Berufswunsch war, so schreibt er auf seiner Homepage, „Franzose“. Der ist nie in Erfüllung gegangen, aber heute, als Rentner, ist er ein herausragender Kenner des französischen Frauenfußballs. Er ist nicht nur Wiki-Editor zum Thema Fußball in Frankreich, sondern schreibt auch regelmäßig auf Französisch über die Anfänge des Sports in seinem Lieblingsland.

Shownotes

Beteiligte

  • Moderation: Franzi
  • Zu Gast: Olaf Wuttke

Erwähnte Literatur

  • Pascal Grégoire-Boutreau: Au bonheur des filles. Cahiers intempestifs, Saint-Étienne 2003, ISBN 2-911698-25-8 (der Autor war damals Journalist bei L'Équipe)
  • Laurence Prudhomme-Poncet: Histoire du football féminin au XXe siècle. L’Harmattan, Paris 2003, ISBN 2-7475-4730-2 (die Autorin lehrte damals an der Universität Lyon)

1910-1930

  • Fémina Sport Paris – der absolut dominierende Verein
  • En Avant Paris [fr: En avant (club de football)] – zweimal Meister
  • Les Sportives Paris [fr: Sportives (club français de football)] – einmal Meister, zweimal Pokalsieger
  • Suzanne Liébrard – eine der Aktivsten bei Fémina Sport
  • Der Verein Fémina Sport existiert immer noch bzw. seit Ende des 2. Weltkriegs wieder, hatte 2007 rund 930 Mitglieder in den Bereichen Volleyball, Wassergymnastik, Schwimmen, Gymnastik, Boule und als mit Abstand größter sowie sportlich erfolgreichster Abteilung Tennis. Fußball gibt es folglich nicht mehr, aber nach wie vor ist es ein Frauen-Verein (Quelle).
  • Zum Stadion: Die heutige Adresse ist 7, avenue Paul Appell, in Paris XIVe gelegen. Das Stadion besteht mittlerweile aus Tennisplätzen. Die Anlage könnte zumindest auch 1912 auch dort schon gelegen haben.
  • Alice Milliat – Frauenverbandsfunktionärin

Verbot während des Vichy-Régimes (erste Hälfte der 1940er)

  • Jean Borotra – für Sport zuständiger Kommissar
  • dessen Nachfolger Colonel Joseph Pascot

Ab Mitte der 1960er („2. Welle“)

  • Stade Reims und AS Étrœungt – die von 1974 bis Anfang der 1980er absolut dominierenden Teams, die 5 bzw. 3 der ersten acht Meistertitel holten
  • Marie-Louise Butzig, Ghislaine Royer-Souef, Isabelle Musset – drei emblematische Reimser Spielerinnen
  • Pierre Geoffroy – Journalist, FCF-Reims- und Stade-Reims-Trainer sowie erster Nationaltrainer
  • Aimé Mignot – 1987 bis 1997 dritter Nationaltrainer und „der erste, der uns etwas über Taktik beibrachte“
  • Élizabeth Loisel – Mignots Nachfolgerin, erste Frau auf diesem Posten
  • Marilou Duringer – „Die französische Hannelore Ratzeburg“
  • VGA Saint-Maur (Serienmeister der 1980er), ASJ Soyaux (Frauenverein, der die meisten Spielzeiten in der Division1 Féminine aufzuweisen hat) und Juvisy FCF (Frauenverein, der die Ewige D1F-Tabelle immer noch mit weitem Vorsprung anführt, obwohl er 2017 im Paris FC aufging)

Ausgezeichnete Wikipedia Artikel von Olaf Wuttke


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