Legende verloren – Der Podcast über die vergessenen Geschichten des deutschen und internationalen Fr

Legende verloren

Der Podcast über die vergessenen Geschichten des deutschen und internationalen Frauenfußballs

Produziert von Sascha, Sven, Petra, Freddy, Helga, Sunny, Franzi



Auf Reise durch die französische Frauenfußball Geschichte

Wir sprachen hier bei Legende Verloren bereits mehrfach über die vermutlich bereits 100-jährige Frauenfußballgeschichte in Deutschland und nach unserer verzweifelten Suche nach einem Hinweis auf das „erste Spiel“. Frankreich ist da einen Schritt weiter. Dort ist klar, dass sich bereits 1912 der Verein „Femina Sport“ in Paris gegründet hat, um Frauenfußball zu organisieren. Schnell wurde Frankreich zur Hochburg des Frauenfußballs. Die Spielerinnen zogen wie sonst nur in England, Schottland und Irland fünfstellige Zuschauer*innenzahlen an und füllten so die größten Stadien des Landes, vor allem bei Länderspielen, die meist gegen Belgien organisiert wurden (auch, weil Deutschland mehrfach absagte). Mehr über die frühen Jahren des Fußballs in Frankreich, aber auch über den ersten nationalen Wettbewerb, den der offizielle Verband 1973 organisiert hat, erzählte uns Olaf Wuttke. Olaf wurde 1950 in Hamburg geboren, wuchs aber unter anderem in Frankenthal neben einer französischen Kaserne auf. Sein erster Berufswunsch war, so schreibt er auf seiner Homepage, „Franzose“. Der ist nie in Erfüllung gegangen, aber heute, als Rentner, ist er ein herausragender Kenner des französischen Frauenfußballs. Er ist nicht nur Wiki-Editor zum Thema Fußball in Frankreich, sondern schreibt auch regelmäßig auf Französisch über die Anfänge des Sports in seinem Lieblingsland.



Geteiltes Land – geteilte Freude. Wie Frauen die DDR-Fußballplätze eroberten

In der DDR war Fußball für Frauen vom Verband nie verboten. Wie haben sich dort die Strukturen entwickelt? Wie wurde darüber berichtet, wer waren die Akteur_innen und was war eigentlich der Grund dafür, dass nach der Wiedervereinigung der Fußball aus der DDR große Probleme hatte? Welche Unterschiede gab es zwischen BRD und DDR? All das sind Themen, die Franzi mit Carina und Michèle diskutiert. Carina hat zur WM 2011 ihre Doktorarbeit „Freigespielt – Frauenfußball im geteilten Deutschland“ veröffentlicht – und sie ist natürlich heute noch aktuell.
Das Schöne bei all den Kämpfen, die Frauen in DDR und BRD kämpfen mussten, um Fußball zu spielen: Sie haben das gemacht, weil ihnen der Sport unfassbar viel Spaß macht. Und es ist gut, dass Projekte wie das von Carina Linne oder der Podcast von Michèle Matetschkt die Geschichten der Fußballerinnen aufbewahren und weitererzählen.



Die „charmanten Mädchen“ der BSG Chemie Leipzig

Im letzten Podcast haben Jonas und Nicci das Projekt „Frauen und Mädchen bei der BSG Chemie Leipzig“ vorgestellt. Diesmal haben wir Britt zu Gast. Britt ist Mitinitiatorin des Ganzen und hat vor allem einen ganz großen Teil der Geschichte mit aufgearbeitet. Es geht diesmal weniger um das Projekt, sondern mehr um den Inhalt selbst: Was war die Geschichte des Frauenfußballs bei der BSG? Welche Hürden gab es auch beim Verein (auch die BSG hat Vereins-historiker, die offensichtlich Frauen nicht zur Vereinsgeschichte zählen)? Und wie ist der Umgang mit Frauen und Frauensport in Leipzig/bei der BSG?

„Wir wollen, dass Fotos in der Sachsenstube hängen, dass Frauenfußball ein ganz normaler Teil der Vereinsgeschichte ist.“ O-Ton Nicci



Die (noch nicht) verlorene Geschichte von Chemie Leipzig

Es begann mit dem Antrag „Frauen und Mädchen bei der BSG Chemie Leipzig“ für das Jubiläum des Alfred-Kunze-Sportparks und ist mittlerweile ein großartiges Projekt, was die vergessene Geschichte der Frauen (Fans und Spielerinnen) aufarbeitet. Nicci und Jonas sind zu Gast, um vom Projekt, ihren liebsten Gesprächen und den Herausforderungen zu erzählen.
Und was sie in dem Projekt geschafft haben? „Das bisher größter Werk über Frauen und Mädchen bei der BSG Chemie, was überhaupt da ist” (Zitat Nicci).



100 Jahre Frauenfußball in Deutschland?

Das „Legende Verloren“-Team, allen voran Franzi und Petra, wühlen sich nun seit einem Jahr immer wieder durch alte Stadtarchive in ganz Deutschland, um herauszufinden wann genau das erste mal 22 Frauen ein Fußballspiel in diesem Land bestritten. Eine klare Antwort, etwa in Form eines Datums, wird es wohl nie endgültig geben. Warum das so ist und wieso es manchmal schwierig ist, Handball von Fußball zu unterscheiden, erklären Petra und Franzi dem Moderator der Folge Sascha.

Diese Folge ist mehr ein oft ernüchternder Recherchestand als die Verkündung neuer geschichtlicher Eckpunkte. Die Haupterkenntnis bleibt, dass es noch sehr viel zu tun gibt, weil sich kaum jemand für die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland zu interessieren scheint – auch die Verbände nur selten. Und so ist die Folge auch ein Aufruf an euch alle: Geht in eurer Stadtarchiv, sucht nach Frauenfußball und schickt uns jederzeit alles, was ihr habt!

(Korrektur: Es wird über Reudnitz geredet, aber es ist Pulsnitz gemeint)



„Dann muss man’s halt selber machen“ – Über die Arbeit von Helge Faller

Helge Faller wühlt sich durch die Archive Europas, um mehr über den Frauenfußball der Zwischenkriegszeit zu lernen. Dabei kommen Bücher heraus, die er meist selbst verlegt. Wie kam er dazu, wie arbeitet er und was treibt ihn an? Das diskutieren Helga und Franzi mit Helge. Aber natürlich sind wir auch neugierig auf die Geschichten. Für diese Folge haben wir uns Belgien und die Niederlande herausgesucht. Was waren die ersten Teams? Wer waren die Akteur*innen? Ihr dürft gespannt sein.

Vielen Dank für das Bereitstellen der Zeitungsausschnitte an Helge Faller.

Inhaltswarnung: Ab der 82. Minute reden wir kurz über sexualisierte Gewalt. Wir weisen vorher noch einmal darauf hin und haben entsprechende Kapitelmarken gesetzt, falls ihr diesen Teil des Podcasts überspringen möchtet.



„Alle dürfen doch Fußball spielen – oder?“ Debatten und Strategien zur Verhinderung von Frauen im Fußball

„Frauen wollen ja keine Funktion in Strukturen übernehmen.“ „Frauenfußball ist halt nicht so spannend.“ Das sind Aussagen, die sich Spielerinnen, Fans und fußballengagierte Frauen immer wieder anhören müssen. Wir werden uns in dieser Folge nicht unbedingt damit beschäftigen, ob das stimmt – tut es nicht. Aber wir wollen uns damit beschäftigen, was hinter solche Aussagen steckt und welche Geschichte sie haben. Denn der Ausschluss von Frauen hat Geschichte. Über das Thema diskutieren wir mit Almut Sülzle und Kathrin Längert.



Die ersten Schiedsrichterinnen

Stéphanie Frappart, Kateryna Monzul und Bibiana Steinhaus-Webb sind die drei Frauen, die in den letzten Jahren im Männerfußball wiederholt Geschichte schrieben. Dabei sind sie nicht die ersten in der Welt oder in Europa. Dennoch wird seit nunmehr 40 Jahren immer wieder von Schiedsrichterinnen und -Assistentinnen Geschichte geschrieben, weil sie binnen eines halben Jahrhunderts keine Normalität geworden sind – und das weltweit.
In dieser Folge geht es um die allerersten Schiedsrichterinnen der Welt, insbesondere aber um die allererste Schiedsrichterin in der Bundesrepublik Deutschland: Sabine Asgodom, die bereits 1969 ihre Prüfung als Schiedsrichterin ablegte. Franziska Blendin ist im Gespräch mit ihr über ihren Werdegang, ihre Erfahrungen und darüber, wie sie Frauen empowert, Schiedsrichterin zu werden, und was sich im Fußball ändern müsste, damit das Geschichte-Schreiben bald selbst Geschichte ist.
„Legende Verloren“-Mitglied Petra Tabarelli gibt außerdem die nötigen Hintergrundinformationen zu weiteren Schiedsrichterinnen der 1960er bis 1980er Jahre.



Fortsetzung folgt

„Legende Verloren“ macht weiter. Aber nicht irgendwie, sondern mit personellem Zuwachs und damit auch mit Zuwachs an Themen. Also keine Sorge: Es wird weiter um Frauenfußball gehen, aber eben nicht mehr nur um die Geschichten rund um die erste BuLi-Saison.

Bevor es losgeht, wollen wir uns vorstellen: Wer ist in Staffel 2 von „Legende verloren“ dabei und was kommen für Themen?



Schlusskonferenz

Mit einigen Monaten Verspätung möchten wir unsere erste Staffel zum Abschluss bringen, bevor wir uns neuen Themen zuwenden. In einer „Schlusskonferenz“ wollen wir vor allem über das Ende der ersten Bundesliga-Saison 1990/91 sprechen: Wer wurde Meister, was ist eine Bierstaffel und wie blicken die Akteurinnen heute auf die erste Saison zurück? Außerdem wollen wir aber auch schauen, wie sich die Bundesliga seit der Premiere entwickelt hat. Wie wird die Fußballgeschichte heute erinnert und aufbereitet? Schließlich gibt Franzi einen kurzen Ausblick auf das was euch alle in Staffel 2 hoffentlich schon bald erwartet...